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Rassen
Rassenportrait über Arabisches Vollblut
Aussehen
Das arabische Vollblut ist eine der ältesten Pferderassen der
Welt und wird aufgrund seines eleganten Erscheinungsbildes und
seiner großen Härte auf der ganzen Erde gezüchtet. Der sehr
trockene Kopf ist leicht, mit stark geweiteten Nüstern, großen
Augen, fein geschnittenen, beweglichen kleinen Ohren und
kräftigen Ganaschen. Araber besitzen je nach Zuchtgebiet ein
gerades Profil oder den für die Rasse typischen Hechtkopf, der
oft mit einer deutlich vorgewölbten Stirn einhergeht. Das Genick
ist leicht, der Hals lang, sehnig und mit schöner Wölbung der
Unter- und Oberlinie. Er setzt hoch an den mäßig schrägen
Schultern an. Der deutlich ausgeprägte Widerrist geht in einen
kurzen, starken Rücken mit gerader oder leicht schräger Kruppe
und hoch ansetzendem, meist leicht aufgerichtet getragenem
Schweif über. Die Winkelung der Sprunggelenke ist eher gering.
Die Extremitäten sind von mittlerer Länge, trocken und schlank,
mit stabilen, aber nur mäßig großen Gelenken. Die Fesselung ist
kurz und schräg; die runden Hufe sind ausgesprochen hart.
Vollblutaraber variieren je nach Zuchtgebiet stark in der Größe;
zumeist erreichen sie jedoch ein Stockmaß von 145 bis 155
Zentimetern.
Bei der saudi-arabischen Rasse treten alle klaren, einheitlichen
Farben auf. Am häufigsten sind Schimmel zu finden; oft besitzen
sie kleine braune Fliegenpunkte am ganzen Körper. Im Heimatland
gelten die seltenen Rappen als besonders hart und ausdauernd.
Füchse, Dunkelfüchse und Braune sind weniger selten. Das Fell
des Arabers ist kurz und seidig, bietet aber ausreichenden
Schutz gegen die teilweise sehr kalten Wüstennächte. Das
Langhaar ist glatt und seidig und wächst sehr lang und dicht.
Herkunft und Haltung
Das arabische Vollblut existierte als weitgehend systematisch
gezüchtete Rasse bereits vor rund 5000 Jahren. Nach einer
arabischen Erzählung geht die Rasse auf sieben Stuten Mohammeds
zurück, die nach mehreren Tagen Wassermangel große Loyalität zu
ihrem Besitzer bewiesen, indem sie beim Anblick eines Flusses
seinem Ruf folgten und bei ihm blieben. Zahlreiche Legenden
ranken sich um die feingliedrigen, sensiblen Pferde.Tatsächlich
leben die Tiere seit Jahrtausenden bei den nomadischen Stämmen
des Nahen Ostens, wo sie durch die harten Umweltbedingungen
sowie die große Nähe zu ihren Besitzern – die besten Pferde
durften im Zelt ihres Herrn übernachten – auf Härte, Ausdauer
und einen einwandfreien Charakter selektiert wurden. Die
Nomadenvölker achteten streng auf eine "asile", d.h. reine
Zucht. Noch heute bedeutet das Prädikat "Asilaraber" eine
besondere Qualität des Pferdes. Es wurden drei verschiedene
Typen gezüchtet, die sich in Größe, Fundament, Schnelligkeit und
Ausdauer unterscheiden. Viele Merkmale der Rasse entstanden
durch das jahrhundertelange Leben in der Wüste, wo die Pferde im
Sommer oft mit Kamelmilch und Datteln ernährt wurden. Die hohe
Kopfhaltung erlaubt es den "Trinkern der Lüfte", die baumlose
Umgebung zu überblicken, aber auch, das Einatmen von Sand mit
den ausgesprochen großen Nüstern zu vermeiden. Die hohe
Schweifhaltung ermöglicht eine gute Luftzirkulation im
Genitalbereich. Der teilweise deutlich gemuldete Rücken, der bei
einigen Zuchtlinien mit einer überbauten Kruppe einher geht,
wurde bewusst gezüchtet, um einem Reiter ohne Sattel einen
sicheren Sitz zu verschaffen.Die positiven Eigenschaften und das
elegante Äußere des arabischen Vollbluts fanden nach der
islamischen Expansion im 7. Jahrhundert n.Chr. rasch Anhänger
auf der ganzen Erde. Zahlreiche der heutigen Rassen wurden durch
Arabereinkreuzungen veredelt und entscheidend verbessert. Heute
besitzen zahlreiche Länder eine eigene, qualitätsvolle
Araberzucht (beispielsweise Russland, Spanien, USA). Nachdem die
Rasse lange Zeit auch als Kavalleriepferd Verwendung fand, wird
sie heute in nahezu allen Bereichen des Reitsports eingesetzt:
als ausdauerndes Distanz, treues Freizeit-, elegantes Fahr-,
Western(pleasure)- und Dressurpferd oder als Schaupferd.
Vereinzelt kommen sogar töltende Araber vor.
Art und Wesen
Das arabische Vollblut ist sehr menschenbezogen und besitzt ein
äußerst sensibles, sanftes Wesen. Die Pferde benötigen viel
Bewegung, um ihrem lebhaften Temperament gerecht zu werden.
Lediglich bei Unterbeschäftigung und harter Behandlung neigen
die ausgesprochen intelligenten Tiere zu dem "hysterischen"
Verhalten, dass der Rasse viele Vorurteile einbrachte. Bei
artgerechter Haltung und Erziehung dagegen erweisen sich
Vollblutaraber als lernwillige Pferde, die ein großes Bedürfnis
haben, ihrem Besitzer zu gefallen.
Herkunft: Saudi-Arabien
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